Asien: Indien
Durch den Monsun: Kaffeespezialität aus Indien

- Indien
Historie des Kaffeeanbaus in Indien
Wie der Kaffee nach Indien kam, weiß heute niemand mehr so genau. Der Legende nach, brachte der indische Sufi (Meister) Baba Budan Anfang des 17. Jahrhunderts von einer Pilgerfahrt nach Mekka sieben Kaffeepflanzen mit. Über den Jemen und die Hafenstadt Mokka kehrte er nach Süd-Indien zurück, wo er den Kaffee fortan anbaute.
Auch heute noch liegen die besten Anbaugebiete im Süden Indiens: Die Bundesstaaten Karnataka, Kerala und Tamil Nadu werden daher als Kaffee-Gürtel bezeichnet. Die Republik ist bekannt für ihren Robusta-Kaffee, rund 60 Prozent der gesamten Produktion sind dieser Sorte zuzurechnen.
Die Seereise ist das Besondere
Neben den bekannten Kaffeesorten stammt auch ein ganz besonderer Kaffee aus dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde: Der Monsun-Kaffee. Dabei handelt es sich um einen speziell aufbereiteten Kaffe, die dabei angewandte Methode wird Monsooning genannt. Seinen Ursprung hat das Verfahren in Zeiten lange vor der Industrialisierung, als der Kaffee aus Indien noch eine monatelange Seereise auf Segelschiffen nach Europa zurücklegen musste. Während dieser Zeit waren die Bohnen einer besonders hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, was sie in Farbe und Geschmack veränderte.
Als dann moderne Dampfschiffe den Kaffee schneller ans Ziel bringen konnten, er somit frischer bei den Kunden anlangte, hatten sich diese bereits so an seinen eigentümlichen Geschmack gewöhnt, dass der Prozess des Nachreifens bei hoher Luftfeuchtigkeit heute künstlich herbeigeführt wird. Dabei wird der Rohkaffee direkt nach der Ernte in spezielle, in offene Lagerhäuser gebracht, wo er dem Regen und den Monsunwinden ausgesetzt wird. Die Witterung lässt die Bohnen aufquellen, die anschließend über mehrere Wochen in Säcken gelagert und dann von Hand verlesen werden.
Top Qualitäten aus Indien
Eine besondere Eigenschaft des indischen Kaffees ist, dass er von Natur aus weniger Säure hat als beispielsweise seine lateinamerikanischen Verwandten. Das heißt, er ist besonders magenschonend und damit gut verträglich. Kaffee aus Indien ist weich und ausgewogen im Geschmack, mit einem würzigen, kraftvollen Körper.
Kaffee aus Indien in Stichworten
Kaffeetyp: Arabica und Robusta
Hauptblüte: März bis April
Haupternte: Dezember bis März
Nachernte: Januar bis April
Verschiffung: von Januar bis Dezember
Häfen: Mangalore, Cochin, Chennai (Madras), Tuticorin, Mumbai (Bombay)
Erntevolumen 2007/2008: 4,8 Mio. Säcke (à 60 kg)
Hauptabnehmer:
Deutschland, Italien, Russland, Belgien, Spanien, USA, Polen
Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach Defekten, Siebgröße und Aufbereitung.
Ernteprozess
Gepflückt wird von Hand.
Aufbereitung: Nassaufbereitung
Fermentation: 36 Stunden
Trocknung: sonnengetrocknet
Sortierung: mechanisch, elektronisch und von Hand
















