Indischer Ozean: Indonesien
Kaffee für Kenner: Indonesien bietet Liebhabern viel Abwechslung

- Indonesien
Historie des Kaffeeanbaus in Indonesien
Über 17.000 Inseln, mehr als 300 verschiedene ethnische Gruppen, zwei Erdteile: So vielfältig wie Indonesien ist auch der Kaffee, der hier produziert wird. Der bekannteste stammt von der Insel Java, die dem beliebten Arabica-Kaffee seinen Beinamen beschert hat: Java-Bohne.
Die ersten Kaffeepflanzen brachten die Holländer nach Indonesien, der erste auf Java geerntete Kaffee wurde 1712 in Amsterdam verkauft. Von diesem Moment an ging es mit der Kaffeeproduktion steil bergauf und die Insel wurde zum größten Kaffeelieferanten für das damalige Europa. Aktuell (2011) bestehen nur noch sechs bis zehn Prozent der indonesischen Gesamternte aus Arabica-Bohnen. Diese werden auf Sumatra, Sulawesi und Java traditionell angebaut. Hinzugekommen sind Anbauflächen auf Bali, Flores und Papua. Der Inselstaat ist nach Vietnam der größte Exporteur von Robusta-Kaffee.
Raritäten
Zwei ganz besondere Bonbons für Kaffee-Liebhaber kommen von den indonesischen Inseln: Zum einen der teuerste Kaffee der Welt. Wer Kopi Luwak genießen möchte, muss bei einem Verkaufspreis von 1.000 US-Dollar pro Kilo tief in die Tasche greifen. Von dieser edlen Kaffeesorte werden jährlich nur wenige hundert Kilogramm produziert, denn die Herstellung ist recht ungewöhnlich: Eine Schleichkatzenart frisst die Kaffeekirschen, kann die Kaffeebohnen nicht verdauen und scheidet sie wieder aus. Die langsame Verdauung durch Bakterien und Enzyme im Darm der Schleichkatze entspricht der Nassaufbereitung des Kaffees. So verschwinden einige der enthaltenen Bitterstoffe fast gänzlich, was den Geschmack des Kaffees nachhaltig verändert: Er ist sehr würzig, mit leichten Karamell- und Schokoaromen.
Die zweite Besonderheit stellt der indonesische Lagerhaus-Kaffee dar: Als der Kaffee noch mit Segelschiffen transportiert wurde, bekam er durch die lange Lagerung in Schiffsbunkern einen ganz eigenen Geschmack. Um einen ähnlichen Geschmack zu erzielen, darf der Kaffee heute in speziellen Lagerhäusern nachreifen. Verkauft wird er als Old Government, Old Brown oder Old Java.
Indonesischer Kaffee: Das Schwergewicht in der Kaffeewelt
Geschmacklich gesehen ist der indonesische Kaffe das Gegenteil der latein-amerikanischen Sorten: Er hat ein weiches Aroma, einen vollen Körper und einen erdigen Geschmack, der teilweise auch leichte Kräuternoten enthält. Aus diesem Grund sind indonesische Kaffeesorten als Bestandteil vieler Kaffeemischungen sehr beliebt. Als die "Schwergewichte" in der Kaffeewelt sorgen Sie für durchdringenden, tiefen und nachhaltigen Geschmack. Speziell der Kaffee, der von Sumatra stammt, besticht durch einen vollen, zähflüssigen Körper. Hinzu kommt, dass er so gut wie keine Säure enthält, so dass die Intensität des Kaffeegeschmacks im Mund voll zur Geltung kommt.
Kaffee aus Indonesien in Stichworten
Kaffeetyp: Arabica und Robusta
Hauptblüte: November bis Februar
Nachblüte: April bis Juni
Haupternte: Mai bis August
Nachernte: Oktober bis Januar
Verschiffung: von Juni bis Februar
Häfen: Panjang, Palembang, Belawan, Surabaya, Semarang, Djakarta
Erntevolumen 2009/2010: 6 Mio. Säcke (à 60 kg)
Hauptabnehmer:
Japan, Deutschland, Algerien, Italien, Korea, Marokko, Polen, USA, Niederlande
Die Klassifikation erfolgt nach Defekten, Anbauregion, Siebgröße und der Aufbereitung.
Ernteprozess: gepflückt und selektiert wird von Hand
Aufbereitung: Nassaufbereitung
Fermentation: 12 bis 36 Stunden
Trocknung: Sonnengetrocknet (Arabica trocknet zwischen sieben und neun Tagen, um das hochwertige Aroma zu gewährleisten.)
Sortierung: mechanisch, elektronisch und von Hand


















