Afrika: Jemen
Ehemaliger Monopolist im Kaffeehandel

- Jemen
Noch eine Legende: Kaffee mit Heilwirkung
Jemen kann vielleicht nicht als Geburtsland des Kaffees gelten - diese Ehre gebührt Äthiopien - aber im Jemen fand der Kaffee seine Bestimmung: Eine Legende besagt, dass Abu al-Hassan al-Shadali, der Gründer der Tarīqa Schadhilīya, eines islamischen Sufiordens, und sein Schüler Sheikh Omar die belebende Wirkung des Getränkes nach dem Kochen der Bohnen entdeckten und mit dem Kaffee sogar eine Epidemie unter der Landbevölkerung heilen konnten.
Viele Fachleute betonen bei dieser Legende jedoch, dass es sich bei diesem Kaffee um Mokka gehandelt habe, der anders als heute üblich keine Zubereitungsart für das Getränk, sondern eine eigene Kaffeesorte aus dem Jemen darstellte. Unbestritten ist in jedem Fall, dass die Kaffeeproduktion im Jemen sehr alt ist und sich von hier aus vor rund 400 Jahren zunächst nach Europa und anschließend in die gesamte Welt verbreitete.
Viel zu wenig Fläche
Auch aktuell kommen hervorragende Kaffeeproduktionen aus dem Jemen: In den zentral gelegenen Hochlanden auf Höhen von 2.000 bis 2.500 Metern, wird der Kaffee heute noch fast genauso angebaut wie seit Jahrhunderten. So wird die Ernte von Hand durchgeführt und die Trocknung erfolgt durch die Sonne - und sei es auf den Dächern der Wohnhäuser der Kaffeefarmer. Da die meisten Kaffeeproduzenten darüber hinaus keine finanziellen Mitteln für die Verwendung von Kunstdünger haben, verläuft der Kaffeeanbau vollständig organisch.
Leider gibt es jedoch einen Wermutstropfen in der jemenitischen Kaffeeproduktion: Nur weniger als 3 % der Landesfläche ist überhaupt landwirtschaftlich nutzbar, über 70 % bestehen aus Wüste. In Verbindung mit dem trockenen Klima und den geringen Wasserressourcen ist die generelle Produktivität der Agrarwirtschaft im Jemen niedrig.
Inbegriff des schwarzen Kaffees - würzig und aromatisch
Als legendenumworbener und urstämmiger Kaffee hat der jemenitische Mokka natürlich einen Ruf zu verteidigen. Und dies macht er auch in schöner Regelmäßigkeit: Die Bohnen sind kleiner und runder als die durchschnittlichen normalen Bohnen und erinnern von ihrem Aussehen an Perlbohnen.
Der Kaffee aus dem Jemen besitzt einen zarten Körper und eine füllige Säure, bringt jedoch darüber hinaus eine würzige und ausgefallene Schärfe mit. So ist der Kaffee trotz seiner Milde hoch aromatisch. Vom Geschmack her ist jemenitischer Kaffee der Inbegriff des ,schwarzen Kaffees‘: mit der Nuance einer säuerlichen Fruchtnote und einem behaglichen schokoladigen Nachgeschmack.
Kaffee aus dem Jemen in Stichworten:
Kaffeetyp: Arabica
Hauptblüte: Januar bis April
Haupternte: Oktober bis Dezember
Nachernte: April bis Mai
Verschiffung: November bis September
Häfen: Hodeidah, Aden, Mocha
Erntevolumen: 210.000 Säcke (à 60 kg)
Hauptabnehmer: Saudi Arabien, Japan, Russland
Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach Defekten und Siebgrößen.
Ernteprozess: Gepflückt wird jährlich von Hand
Aufbereitung: Trockenaufbereitung
Fermentation: nur bei Nassaufbereitung
Trocknung: sonnengetrocknet
Sortierung: manuell














