Karibik: Haiti
Einst glorreich - jetzt gebeutelt

- Haiti
Bewegte Geschichte
Haiti ist einer der beiden Staaten - der andere ist die Dominikanische Republik - die sich gemeinsam die Insel Hispaniola teilen. Haiti liegt an der westlichen Seite und nimmt etwa ein Drittel der Insel ein. Der Name Haitis entstammt der Sprache der Ureinwohner Hispaniolas, den Taino und bedeutet bergiges Land.
Über Haiti zu sprechen, bedeutet heutzutage jedoch auch immer, die Vergangenheit und die Gegenwart zu trennen. Die Vergangenheit des Landes war glorreich, insbesondere zu Kolonialzeiten war Haiti eines der reichsten Länder der Karibik, doch die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich kam die Haitianer im wahrsten Sinne des Wortes teuer zustehen: Sie mussten sich mit einer hohen Summe freikaufen, die das Wirtschaftsvermögen des Landes bei weitem überstieg.
Hinzu kamen in den letzten Jahren zu den sozialen und wirtschaftlichen noch schwere Naturkatastrophen, wie der Hurrikan Jeanne 2004 oder das schwere Erdbeben 2010, die das leidgeplagte Haiti hart trafen. Heutzutage gilt Haiti daher als das ärmste Land Lateinamerikas.
Bio-Kaffee aus dem bergigen Land
Bei allem Schrecken, welches Haiti verkraften musste, gibt es doch einige Lichtblicke, die auf eine bessere Zukunft hoffen lassen: Das Klima der Insel sorgt für regelmäßigen starken Niederschlag, so dass für die Landwirtschaft keine kostspieligen Bewässerungsanlagen gebaut werden müssen.
Für die haitianischen Kaffeeproduzenten bringt dies zudem einen weiteren Vorteil, denn diese sind in der Regel so arm, dass sie sich auch keine chemischen oder künstlichen Mittel gegen Insekten und Unkraut leisten können. Daher wird in Haiti, wenn auch aus der Not geboren, reiner Bio-Kaffee angebaut.
Süsslich mit kräftigen Körper: der Kaffee Haitis
Auf Haiti stehen die meisten Kaffeeplantagen in etwas 500 Meter Höhe in den vulkanischen Berggebieten. Lage, Klima und die äußeren Bedingungen ermöglichen es den Haitianern trotz der vielfältigen Probleme einen qualitativ sehr hochwertigen Kaffee zu produzieren. Durch die große Regenmenge und die natürliche Anbauweise besitzt der Kaffee Haitis einen sehr milden bis süsslichen Geschmack, der mit einem kräftigen Körper und einem ausdrucksstarken Aroma überzeugt. Zudem ist der liebliche Geschmack weich und bekömmlich, trotz der deutlichen Säure.
Kaffee aus Haiti in Stichworten
Kaffeetyp: hauptsächlich Arabica
Hauptblüte: Januar bis März
Haupternte: August bis März
Verschiffung: Oktober bis August
Häfen: Port-au Prince, Cap Haïtien
Erntevolumen 2007/2008: 340.000 Säcke (à 60 kg)
Hauptabnehmer: Belgien, Italien, Frankreich
Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach Siebgröße.
Ernteprozess: Gepflückt wird von Hand.
Aufbereitung: hauptsächlich Nassaufbereitung
Fermentation: nur bei Nassaufbereitung
Trocknung: sonnengetrocknet
Sortierung: maschinell und von Hand

















