Kaffee ist ein Naturprodukt und reagiert somit empfindlich auf äußere Einflüsse jeglicher Art. Als Liebhaber der ‚Hallo-wach-Bohnen‘ sollte man daher natürlich wissen, wie man diese am besten behandelt, um einen Verlust des empfindlichen Aromas zu vermeiden. Fakt ist nämlich: bereits kleine Fehler in der Lagerung können herbe Geschmackseinbußen bedeuten. Gerade bei Kaffee- und Espressospezialitäten aus dem gehobenen Preissegment möchte man das natürlich vermeiden.

1Ganze Bohnen, kleine Mengen

Machen wir es kurz und schmerzlos: bereits vorgemahlener Kaffee verliert wesentlich schneller an Aroma als ganze Bohnen. Wer richtig guten Kaffee genießen will, kommt daher ums selber mahlen nicht herum.
Der Aromaverlust setzt direkt nach der Röstung ein. Somit schmeckt Kaffee besser, je frischer er ist – auch, wenn er laut Mindesthaltbarkeitsdatum in der Regel sehr lange genießbar ist. Kaufen Sie ihn deshalb am besten regelmäßig in kleinen Mengen, anstatt große Vorräte anzulegen.

2Die richtige Verpackung

Augen auf beim Kaffeekauf: vakuumverpackte ‚Briketts‘ können Sie getrost im Supermarkt liegenlassen – dieser Kaffee hat vermutlich schon einen ersten Aromaverlust erlitten. Warum? Nach der Röstung muss der Kaffee erstmal ‚ausgasen‘, sprich, Kohlendioxid abgeben. Dafür muss er entweder einige Zeit ruhen oder entsprechend verpackt werden. Das kann bei günstigen Kaffees aus zeitlichen beziehungsweise logistischen Gründen nicht geleistet werden. Hochwertige Kaffees erreichen den Endverbraucher dagegen oft in einer sogenannten Ventilpackung.

Falls Sie sich also immer schon einmal gefragt haben, was es mit dem eingestanzten Kreis in der Kaffeetüte auf sich hat – hier haben Sie es mit einem Aromaventil zu tun. Hierdurch kann CO₂ entweichen, ohne, dass Sauerstoff eindringen und zu Geschmacksverlust führen kann. Die Ventilpackung ist daher der ideale Schutz für die Bohnen. Aus diesem Grund ist es am besten, den Kaffee auch in dieser Verpackung zu belassen und sie mit einem luftdicht abriegelnden Clip wiederzuverschließen – am besten direkt an den Bohnen, damit möglichst wenig Platz für Sauerstoff bleibt.

3Vor Licht schützen

Wie viele andere Lebensmittel sind auch Kaffeebohnen lichtempfindlich. Werden sie, wie empfohlen, in ihrer ursprünglichen Verpackung aufbewahrt, besteht keinerlei Problem. Sollten Sie die Bohnen dennoch umfüllen wollen, nutzen Sie keine durchsichtigen Behältnisse, wie zum Beispiel Vorratsgläser oder Kunststoffboxen zur Aufbewahrung: Ausnahme: die Gefäße befinden sich dauerhaft in einem Schrank und sind somit lichtgeschützt. Besser geeignete Materialien sind Edelstahl, Keramik oder Porzellan. Zudem sollten alle Behältnisse luftdicht sein. Wer Dosen aufgrund des dekorativen Aspekts nutzt, kann sich eines einfachen Tricks bedienen: einfach den Kaffee in seiner ursprünglichen Verpackung belassen, diese, wie oben beschrieben, gut verschließen, und das gewünschte Behältnis lediglich als Zweitverpackung nutzen.

4Nähe zu anderen Lebensmitteln meiden

Kaffee nimmt sehr schnell fremde Aromen an. Aus diesem Grund sollte er immer in ausreichender Entfernung zu anderen Lebensmitteln gelagert werden. Obst, Käse, Wurstwaren und andere geruchsintensive Dinge sind natürliche Feinde der Bohnen. Auch Materialien, die Geruch abgeben, wie zum Beispiel intensiv riechende Plastikdosen, sollten von Kaffee ferngehalten werden.
Im Kühlschrank hat Kaffee daher nichts zu suchen – schließlich finden sich dort die größte Anzahl intensiver Gerüche. Schädlich für die Bohnen ist zudem das hier herrschende feuchte Klima.

5Temperaturschwankungen? Für Kaffee besser nicht!

Ebenfalls dringend vermieden werden sollten extreme Temperaturen. Der landläufigen Empfehlung entgegen ist es daher keine gute Idee, Kaffee einzufrieren, da ein Aromaverlust nach dem Auftauen sicher ist. Den Bohnen schadet jedoch nicht nur die Kälte: auch zu hohe Temperaturen haben einen negativen Effekt. Deshalb sollte Kaffee nicht in der Nähe von Herd, Backofen, Heizung oder anderen Wärmequellen aufbewahrt werden.