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Kaffeepreise

Immer noch viel zu niedrig.

DEN Kaffeepreis gibt es nicht

Kaffeepreise_Finanzen_470x308Eines gleich vorweg: Den Kaffeepreis gibt es nicht, genauso wie es nicht den Preis für Wein gibt. Viele unterschiedliche Qualitäten und Verarbeitungsprozesse machen aus Kaffee ein sehr differenziert zu betrachtendes Produkt. Bei den häufig zitierten Weltmarktpreisen für Kaffee handelt es sich um einen von der ICO ermittelten, gewichteten Durchschnittspreis für die am häufigsten gehandelten Sorten. Dieser Preis wird Composite Indicator Price genannt und ist gelegentlich auch Ziel von Spekulationen an den Börsen.

Spezialitäten & Co.

Diese Art der Preisermittlung schließt Spezialitäten wie Lagen- oder Plantagenkaffees von vorneherein aus, da sie nicht in den erforderlichen Mengen verfügbar sind. Die Röster hochwertiger Kaffees unterhalten deshalb oft enge direkte Beziehungen zu den Produzenten, um die gewünschten Qualitäten zu bekommen. Die Preisfindung bei diesen Geschäften hat nichts mehr mit den Weltmarktpreisen zu tun.

Schwankungen des Kaffeepreises

Ein Blick auf die letzten 40 Jahre zeigt die extremen Schwankungen des Kaffeepreises. So war der ICO Indicator Price z.B. 2001/2002 nicht höher als Ende der 1960er Jahre, Ende der 1970er Jahre aber fast 5 mal so hoch. In 2008 herrschte ein Preisniveau wie auch schon Anfang der 1980er und Mitte der 1990er Jahre. Gemessen an der Kaufkraft in den Konsumentenländern sind die Standardkaffeequalitäten sogar günstiger geworden.

Die Wertschöpfungskette

Kaffee unterliegt vom Anbau bis zum Genuss einer langen Wertschöpfungskette. Jeder Schritt erhöht dabei den Wert des Kaffees.

Schon in den Erzeugerländern fallen vielfältige Kosten an, die von den Handelsmargen der an der Wertschöpfungskette Beteiligten gedeckt werden müssen. Dazu zählen unter anderem die Kosten für Transport, Aufbereitung, Sortierung, Verpackung, Lagerung und Finanzierung. Hinzu kommen nationale Abgaben und Exportsteuern.

Auch mit dem Transport in die Verbraucherländer wird Geld verdient, ebenso wie in den Verbraucherländern selbst Einlagerung, Qualitätssicherung, Probenverwaltung, Zoll- und Hafengebühren und weitere Transporte bezahlt werden müssen, bevor der Kaffee in den Röstereien weiter verarbeitet wird.

In den Stufen Röstung, Groß- und Einzelhandel entsteht die größte Wertsteigerung am Endprodukt. Mit den Margen dieser Stufen werden Verarbeitung, Verpackung, Transporte, Vertrieb, Werbung, Lagerung und Finanzierung bezahlt. Speziell in Deutschland ist aber auch der Staat ordentlich am Endpreis beteiligt. Für jedes Kilo Röstkaffee kassiert er nämlich Kaffeesteuer - stolze EUR 2,19 pro Kilo, selbstverständlich zuzüglich Mehrwertsteuer.


Bildnachweis für diesen Artikel: Finanzen.net