Kaffee aus Brasilien
Neben Samba das bekannteste Export-Produkt: Kaffee aus Brasilien

- Brasilien
Zuckerhut, Samba, Karneval, Fußball und tropischer Regenwald: Wer denkt dabei nicht sofort an Brasilien? Doch etwas fehlt dabei noch: der Kaffee. Brasilien ist der Gigant unter den Kaffeeproduzenten, rund ein Drittel der gesamten Weltproduktion entfällt auf das südamerikanische Land. Vier Milliarden der weltweit 15 Milliarden Kaffeebäume wachsen hier.
Eine kleine Anekdote
Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte eigentlich mit einer kleinen Romanze: 1727 schenkte die Comtess d‘Orviliers, die Frau des Gouverneurs von Französisch-Guiana einem ihrer Bewunderer, dem Sergeant Major Francisco de Melo Palheta bei dem Besuch einer Kaffee-Plantage einige Kaffeebohnen. Zu dieser Zeit war Kaffee in Europa bereits äußerst begehrt, König Louis XV wollte ihn exklusiv in den französischen Kolonien kultivieren. Nachdem jedoch Palheta von dem Kaffee gekostet hatte, war er so begeistert davon, dass er seine offizielle Mission abbrach. Stattdessen kehrte er mitsamt den Kaffeebohnen, die er erhalten hatte, in seine Heimat Brasilien zurück, wo er sie fortan anbaute.
Ein riesiges Land
Brasilien nimmt flächenmäßig den Großteil von Südamerika ein - kein Wunder, dass bei dieser Größe die brasilianische Kaffeeindustrie äußerst vielfältig ist. Es gibt so viele verschiedene Kaffeesorten hier, dass es eigentlich ein Unding ist, nur von brasilianischem Kaffee zu sprechen. Es ergeben sich Unterteilungen im Hinblick auf den Bundesstaat, aus dem sie kommen, sowie den entsprechenden Verschiffungshäfen. In 17 von 26 brasilianischen Staaten wird Kaffee kultiviert. 98 Prozent des brasilianischen Gesamtertrags stammen jedoch aus nur vier Staaten: Paraná, Sao Paulo, Minas Gerais und Espirito Santo. Paraná im Süden zeichnet dabei für sage und schreibe die Hälfte der Gesamtproduktion verantwortlich.
Brasilien produziert nicht nur Unmengen an Kaffees in Standard-Konsumqualität, wie sie in Europa in den Supermärkten zu haben sind. Der Kaffee-Gigant bietet auch Spezialitäten an, wie den vornhmen, gewaschenen Bahia. Problematisch ist jedoch die Beschaffung der exklusiven brasilianischen Kaffeesorten. Da Brasilien gleich nach den USA den meisten Kaffee im eigenen Land verbraucht, gehen viele edle Kaffeesorten gar nicht erst in den Export.
Mild und würzig: Brasilianischer Kaffe trifft nahezu jeden Geschmack
Ebenso vielfältig wie die brasilianische Kaffeeindustrie sind die Geschmacksnuancen der hier produzierten Kaffeesorten. Trotz der merklichen Unterschiede sind brasilianische Kaffees in der Regel jedoch weich und mild mit wenig Säure. Sie bieten für jeden Geschmack etwas: Die Brasilianer selbst konsumieren gerne den leicht medizinisch schmeckenden Rio. Ein kräftiges Aroma von Meerwasser weisen dagegen die im Norden in Küstennähe wachsenden Sorten auf. Im Südosten des Landes hat man nun alte Bourbon-Varietäten wieder entdeckt, die inzwischen als Plantagenkaffee angeboten werden. Sie zeichnen sich in erster Linie durch einen ansprechend mild-würzigen Geschmack aus.
Kaffe aus Brasilien in Stichworten
Kaffeetyp: Arabica und Robusta
Hauptblüte: August bis September
Nachblüte: Oktober bis November
Haupternte: Mai bis November
Verschiffung: ganzjährig
Häfen: Santos, Rio de Janeiro, Vitoria, Paranagua, Salvador
Erntevolumen 2009/2010: 49 Mio. Säcke (à 60 kg)
Hauptabnehmer:
Deutschland, USA, Italien, Belgien, Frankreich, Japan, Slowenien, Spanien.
Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach Defekten, Anbauregion, Siebgröße, Geschmack, Farbe, Röstungsgrad und Verarbeitung.
Ernteprozess: Gepflückt wird von Hand sowie maschinell.
Aufbereitung: Nassaufbereitung
Fermentation: nur bei Nassaufbereitung
Trocknung: meist sonnengetrocknet
Sortierung: mechanisch und elektronisch

















