Südamerika: Venezuela
Blühende Kaffeekultur: der besondere Kaffee Venezuelas

- Venezuela
Kaffee und Schnee
Venezuela ist ein Land großer Gegensätze. Dies zeigt schon die Geographie des Landes: Von der Karibikküste bis zu den Spitzen der Anden besteht ein Höhenunterschied von fast 5.000 Metern. In den Tieflagen herrscht ein tropisch-feuchtes Klima, mit Durchschnittstemperaturen von etwa 27 Grad, in den Anden hingegen findet man alpines Klima, auf einigen der Gipfel liegt das ganze Jahr über durchgehend Schnee.
Die Bevölkerung Venezuelas verteilt sich hingegen nicht gleichmäßig in den Regionen, über 85% der insgesamt rund 27 Millionen Einwohner leben in den städtischen Gebieten des Küstengebirges im Norden. Hier herrscht ein gemäßigtes Klima mit Temperaturen von 12 bis 25 Grad vor. Das Hauptexportgut Venezuelas ist ganz klar das Erdöl, während die Landwirtschaft eine eher geringere Rolle spielt.
Um die Kaffeeproduktion rangt sich eine Legende
Diese besagt, dass die venezuelanische Kaffeeindustrie zwischen 1730 und 1732 von spanischen Missionaren begründet wurde, die die ersten Kaffeesamen in der Region Ciudad Guayana pflanzten. Die erste Kaffeeplantage wurde dann fünzig Jahre später von einem presbyterianischen Priester angelegt, die Hacienda La Floresta. Diese liegt heute inmitten der sich ausbreitenden Stadt Caracas und dient als Erholungspark. In alten Gebäuden aus der Kolonialzeit ist zudem ein kleines Museum untergebracht.
Trotz der heute eher geringeren Bedeutung der Kaffeeindustrie für die venezuelanische Wirtschaft war die Kaffeeproduktion für die Geschichte Venezuelas prägend. Heutzutage ist die venezuelanische Kaffeeproduktion vor allem für Genießer ausgelegt, wobei ein Großteil der Ernten für den Eigengebrauch des Landes bestimmt ist.
Unverwechselbar leicht und fein
Der Kaffeeanbau in Venezuela teilt sich in viele kleinere Farmen auf. Sie alle produzieren eine ganz besondere Kaffeequalität. So hebt sich der venezuelanische Kaffee von anderen Kaffeesorten unverwechselbar ab und weist einen speziellen Geschmack auf. Dieser ist besonders leicht und fein. Dadurch schmeckt Kaffee aus Venezuela im Vergleich sehr lieblich und besitzt einen zarten Körper, was ihn für viele Kenner zu einem idealen Kaffee für die frühen Morgenstunden macht.
Kaffee aus Venezuela in Stichworten
Kaffeetyp: Arabica
Hauptblüte: Januar bis Mai
Haupternte: September bis März
Verschiffung: Oktober bis Mai
Häfen: La Guaira, Puerto Cabello, Maracaibo
Erntevolumen 2007/2008: 0,9 Mio. Säcke (à 60 kg)
Hauptabnehmer: USA, Deutschland, Belgien
Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach nach Defekten und Regionen
Ernteprozess: gepflückt wird von Hand
Aufbereitung: Nassaufbereitung
Fermentation: 30 Stunden
Trocknung: meist sonnengetrocknet, teilweise mechanisch getrocknet
Sortierung: mechanisch und elektronisch














