Jemen

400 Jahre Kaffeeanbau

Eine legendäre Geschichte

KAZ-Illu_Jemen_RZ_01 Um den Kaffee aus dem Jemen rankt sich eine Legende: der Erzählung nach soll der Gründer des
islamischen Sufiordens Tarīqa Schadhilīya, Abu al-Hassan al-Shadali, gemeinsam mit seinem Schüler Sheikh Omar durch das Kochen der Bohnen deren anregende Wirkung bemerkt haben. Angeblich konnten sie damit sogar eine unter der Bevölkerung grassierend Epidemie bekämpfen. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass es sich dabei nicht um den uns heute bekannten Kaffee, sondern die jemenitische Kaffeesorte Mokka gehandelt habe. Bereits im 15./16. Jahrhundert hatte sich der Kaffee im Jemen etabliert. Seitdem ist er untrennbar mit der Geschichte des Landes verbunden und trat von hier aus seinen Siegeszug in alle Welt an. 

Anbau mit Hindernissen

Kaffee wird im Jemen auch heute noch auf die traditionelle, seit Jahrhunderten bewährte Methode kultiviert. Der Anbau erfolgt in Höhenlagen von 2.000 bis 2.500 Metern. Geerntet wird von Hand. Danach werden die Bohnen auf Dächern ausgebreitet, auf denen Sie in der Sonne trocknen. Da den Bauern in aller Regel das Geld für Dünger und andere chemische Mittel fehlt, erfolgt der Kaffeeanbau hier in nahezu allen Fällen biologisch.

Kaffee aus dem Jemen ist in aller Welt gefragt. Rund 50 % der Exporte gehen nach Saudi-Arabien.
Da das Erntevolumen verhältnismäßig klein ausfällt und so mit höheren Produktionskosten verbunden ist, muss der Verbraucher entsprechend mehr für die begehrten Bohnen zahlen. Hinzu kommt, dass nur etwa 3 % der Landesfläche überhaupt zum Kaffeeanbau geeignet sind, da der Jemen zu 70 % aus Wüste besteht. Das äußerst trockene Klima sowie die begrenzten Wasserressourcen erschweren den Anbau zusätzlich.

Geschmacklich: alles außer gewöhnlich

Im Jemen gedeihen einige der außergewöhnlichsten Arabica-Varietäten der Welt. Sie verfügen über einen leichten Körper und fallen durch ihre Würze und das kräftige Aroma auf. Auf die ausgeprägte, fruchtige Säure folgt ein angenehm schokoladiger Nachgeschmack. Insbesondere die deutliche Schärfe trägt zum ausgefallenen Charakter des jemenitischen Kaffees bei – der hierdurch natürlich unterschiedlichste Reaktionen bei Kaffeekennern hervorruft. Auch optisch unterscheiden sich die Bohnen von der herkömmlichen Variante: ähnlich wie die Perlbohnen sie sind kleiner und rundlicher geformt.

Kaffee kompakt – Jemen

Kaffeetyp: Arabica

Hauptblüte: Januar bis April
Haupternte: Oktober bis Dezember
Nachernte: April bis Mai
Verschiffung: November bis September
Häfen: Hodeidah, Aden, Mocha

Erntevolumen 2013: 200.000 Säcke (à 60 kg)

Hauptabnehmer: Saudi Arabien, Japan, Russland

Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach Region und Siebgrößen.

Ernteprozess: gepflückt wird von Hand
Aufbereitung: Trockenaufbereitung
Trocknung: sonnengetrocknet