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Äthiopien

Waldkaffee, Gartenkaffee und Plantagenkaffee

Kaffee aus der Heimat des Arabica

KAZ-Illu_Aethopien_RZ Äthiopien gilt als die Wiege des Kaffees – genauer gesagt der Arabica-Bohnen. Zwar stammt die Pflanze ursprünglich aus dem Südsudan, den großen 'Boom' erlebte sie jedoch erst in ihrer 'Wahlheimat' Äthiopien. Man vermutet sogar, dass die ersten Bohnen bereits im 17. Jahrhundert aus dem Land exportiert wurden.
Der goldenen Zeit des Kaffees wurde durch die Revolution im Jahr 1974 ein jähes Ende bereitet. In den darauf folgenden 17 Jahren kommunistischer Herrschaft kam der Kaffeesektor fast gänzlich zum Erliegen. Beschwingt von einem liberalisierten Markt und erhöhter privatwirtschaftlicher Aktivität erfuhr der Kaffeehandel in den in den 1990er-Jahren erneut einen Aufschwung. Mehr Bewegung in den Sektor brachte auch die ausdrückliche Aufforderung, die privaten Exporteure mögen in Konkurrenz zum staatlichen Exporteur ECEE treten.
Heute gibt es zwar nur wenige Kaffeeplantagen in Äthiopien, insgesamt leben jedoch etwa 15 Millionen Menschen vom Kaffeeanbau.

Bedroht vom Klimawandel

In Äthiopien gedeiht eine große Anzahl unterschiedlichster Kaffeearten, von denen einige auch noch nicht identifiziert wurden. Die bedeutendsten Anbauregionen sind Limmu, Tepi, Lekempti, Djimmah, Bebeka, Sidamo, Yirgacheffee und Harrar. Aufbereitet werden die Bohnen sowohl nass als auch trocken. Besonderheiten, wie zum Beispiel Bio-Kaffee oder auf Schattenplantagen gewachsene Bohnen sind ebenfalls erhältlich. Üblich ist in Äthiopien die Registrierung bei der Nationalbank. Exporteure erhalten so Ausfuhrlizenzen, die bis zu sechs Monate gültig sind. Das hat auch den Vorteil, dass Streitfälle bedeutend schneller aufgelöst werden können, da die Exporteure eine erneute Ausstellung ihrer Lizenzen nicht unnötig in Gefahr bringen wollen.
Bedroht wird der äthiopische Kaffee durch den Klimawandel. Dies stellt ein großes Problem für den weltweiten Anbau dar, denn die hier wildwachsenden Sorten enthalten möglicherweise den genetischen Schlüssel zum Überleben des Kaffees.

Drei verschiedene Produktionssysteme

Die äthiopischen Bohnen lassen sich auch daran unterscheiden, auf welche Art sie herangewachsen sind. In dem afrikanischen Land gibt es drei Hauptproduktionsmethoden:

Waldkaffee

Der sogenannte Waldkaffee wächst auf wilden Kaffeebäumen und ist ein bunter Mix unterschiedlicher Sorten. Er gedeiht überwiegend im Südwesten des Landes und profitiert dort zum Teil von der natürlichen Beschattung durch andere Pflanzen. Die wilden Sträucher liefern in der Regel jedoch nur einen kleinen Ertrag.

Gartenkaffee

Bei Gartenkaffee handelt es sich ebenfalls um wildwachsende Sträucher; im Unterschied zum Waldkaffee befinden sich diese jedoch in der Regel unweit der Dörfer. Zudem erfahren sie eine intensivere Pflege. Geringer fällt dagegen die natürliche Beschattung durch umstehende Pflanzen aus. Der überwiegende Teil der äthiopischen Bohnen wird auf den Gartenbäumen kultiviert.

Plantagenkaffee

Plantagenkaffee wird, wie der Name bereits verrät, konventionell und im größeren Stil auf Farmen angebaut. Geläufige Verfahrensweisen, wie Düngen, Mulchen und Beschnitt kommen hier zum Einsatz. Zudem werden robuste Sorten für den Anbau bevorzugt.

Äthiopischer Kaffee: Harrar, Yirgacheffe und Co.

Kaffee aus Äthiopien wird in aller Welt für seinen herausragenden Geschmack geschätzt. Die elegante, feinstrukturierte Säure sowie die zahlreichen Noten, die von krautig-floral bis hin zu Bergamotte und tropischen Obstsorten reichen, sind kennzeichnend für äthiopischen Kaffee.
Eine der bekanntesten Sorten ist der Harrar, dessen Bohnen eine charakteristische, an Bernstein erinnernde Farbe aufweisen. Er wird in einer Höhe von 1.500 bis 2.100 Metern angebaut. Bei einem kräftigen Körper verfügt er über eine schöne Harmonie sowie eindrucksvolle Mokka-Noten.
Sortenrein ist der Kaffee jedoch leider fast nicht zu bekommen, da fast der gesamte Export nach Saudi-Arabien geht.
Eine zweite Sorte, für die Äthiopien besonders bekannt ist, sind die Yirgacheffe-Bohnen aus der gleichnamigen Region des Landes. Der Kaffee überzeugt durch seinen zurückhaltenden Körper sowie einzigartigen Aromen, die an Zitrusfrüchte, Blumen und Earl Grey erinnern.

Buna – die äthiopische Kaffeezeremonie

Buna, die äthiopische Kaffeezeremonie, wird im Kreise der Familie oder gemeinsam mit Freunden zelebriert. Hierfür werden gemahlene grüne Kaffeebohnen auf mit Weihrauch vermischter Kohle geröstet. In der Jabana, einer traditionellen, afrikanischen Kaffeekanne, werden diese dann dreimal aufgebrüht.

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Kaffee kompakt – Äthiopien

Kaffeetyp: Arabica

Hauptblüte: März bis Juni
Haupternte: Oktober bis April
Nachernte: August bis Dezember
Verschiffung: ganzjährig
Häfen: Assab, Djibouti

Erntevolumen 2013/2014: 6,3 Mio. Säcke (à 60 kg)

Hauptabnehmer:
Japan, Deutschland, Saudi Arabien, Belgien, Frankreich Italien, USA

Die Klassifikation des Kaffees erfolgt nach Defekten und/oder Regionen

Ernteprozess: gepflückt wird von Hand
Aufbereitung: Nassaufbereitung und Trockenaufbereitung
Trocknung: sonnengetrocknet
Sortierung: von Hand, mechanisch und elektronisch

ICO-ID: 10

Beispiel für die Klassifizierung nach Defekten:
Grade 1 mit 0 - 3 Defekten
Grade 2 mit 4 - 12 Defekten
Grade 3 mit 13 - 25 Defekten
Grade 4 mit 26 - 45 Defekten
Grade 5 mit 46 - 100 Defekten
Grade 6 mit 101 - 153 Defekten

Durchschnittsqualitäten (UGQ - Usual Good Quality) haben Grade 3 und 4. Es gibt auch noch Grade 7 und 8 mit noch mehr Defekten, diese 'Qualitäten' sind allerdings nicht für den Export zugelassen.